War ja schon lange nicht mehr in Kanada…

Also bin ich letztes Wochenende gemeinsam mit Kwadwo (einem anderen Expat aus Bonn) nach Victoria B.C. gefahren. Nachdem ich fast alle Verkehrsmittel durch hatte, sind wir zur Abwechslung mal mit dem Schiff gefahren. Jetzt weiß ich auch, dass nur die Einreise per Flugzeug lang dauert und die Kontrollen per Auto, Bus und Schiff komplett lächerlich sind und das Visum (und die extra Dokumente) nie ein Thema waren. Offensichtlich hatte ich am Flughafen ein Pech mit dem Beamten oder es ist tatsächlich strenger (im Dezember werde ich es wissen, dann werde ich auch alle zusätzlichen Dokumente mithaben, ha!)

Aber zurück zum Ausflug nach Victoria.

Nachdem der speedy Catamaran um 8 Uhr wegfährt, hieß es früh aufstehen (=draußen ist es dunkel und kalt).

ABER, dafür wird man mit einem Wahnsinns-Sonnenaufgang belohnt:

leaving Seattle with a beautiful sunrise…

Nach knapp 3 Stunden sind wir dann in Victoria angekommen und haben zunächst die Hafengegend erkundet. Hier wird der englische Charakter sofort sichtbar.

British Columbia Legislature

The Empress Hotel

Wir haben uns noch gewundert warum im Hafen so viele Leute gewartet haben. Aber Google hatte schnell eine Antwort parat: Der Eisbrecher Polar Prince ist nach 150-tägiger Reise von Toronto über Alaska und die Inside Passage in Victoria angekommen. Anlass der Reise war das 150 Jahr Jubiläum Kanadas.

Mit dem nötigen Kleingeld kann man übrigens auch mit dem Flugzeug in 45 Minuten nach Seattle fliegen.

Manche Häuser schauen nicht sehr british aus, sondern könnten auch in den Studios in Hollywood stehen:

movie set?

haunted mansion…

Charmed?

Aber das eigentliche Ziel war das Blue Fox Café, wo wir Mittagessen bzw. brunchen wollten. Und dann stehen wir dort in der Schlange und sehen dieses Schild. Natürlich muss man auch in Kanada anstehen – ein weiser Mann namens Bernhard hat mir vor Kurzem gesagt: Wenn man sich nicht anstellen muss, ist es nix wert! 😉

Was macht denn das Wappen von Vorarlberg da?

Nachdem wir ohnehin eine halbe Stunde warten mussten, habe ich die Zeit einfach damit verbracht meiner Neugierde auf den Grund zu gehen und bin ins Teppichgeschäft. Der englischsprachige Verkäufer erklärte mir, dass der Chef aus Österreich ist und nachdem der sein Telefonat beendet hatte, habe ich mich eine Viertelstunde mit Babak, einem Halb-Perser aus Graz über Österreich, die Wahlen und den Teppichhandel in Kanada unterhalten. Und wie könnte es anders sein, auch bei den Teppichen gilt: billiger ist besser. Die Kanadier/Amerikaner sehen einen Perserteppich nicht als lifetime Investment, sondern als kurzzeitige Anschaffung, weil sie eh nicht ewig in der selben Wohnung leben (deswegen sind z.B. auch die meisten Küchegeräte total billig und aus Plastik…)

Nach dem Essen wollten wir uns dann noch das Craigdarroch Castle anschauen. Am Weg dorthin haben wir dann festgestellt, dass nicht nur in Montreal, sondern auch in Victoria in der Schule französisch ein Thema ist.

Ecole Intermédiare aka Middle School

vor der Schule

Und dann waren wir auch schon beim Craigdarroch Castle.

Riesen Schloss, und das ist der Eingang 😉

In der Nachbarschaft stehen dann aber wieder typisch amerikanische/kanadische Häuser:

Nachdem wir um 16 Uhr wieder beim Hafen sein mussten, ging sich nur noch eine kleine Hafentour aus.

Hausboote

Und dann ging es auch schon wieder mit dem Victoria Clipper Richtung Seattle…

Das nächste Mal gibt’s dann Fotos vom original amerikanischem Trick or Treat im Kirkland Neighbourhood =)