Wenn man bei Dunkelheit außer Haus geht und bei Dunkelheit wieder heimkommt, ist es entweder Winter oder man ist einfach nur lang unterwegs. In diesem Fall trifft beides zu, denn Crystal Mountain liegt nord-östlich vom Mt. Rainier und knapp 2h von Seattle entfernt.

Aber wie könnte man die Ski-Saison besser eröffnen als mit so einem Blick vom Gipfel…

Man ist ja viele Dinge beim Skifahren gewöhnt: von Ski-Zips in den 90ern bis hin zu den aktuellen NFC-Tickets, den Skihütten mit Germknödel oder aber wie man sich am Sessellift verhält. Ihr ahnt es schon – hier sind einige Dinge anders. 😬

Nachdem ich überraschenderweise keine Skischuhe aus Wien mitgenommen habe, habe ich mich sehr gefreut, dass der Prozess hier sehr einfach ist. Man kann nämlich auch gleich die Liftkarte beim Verleih kaufen und muss sich so nicht zweimal anstellen. 🙌

Doch als man mir die Liftkarte inklusive seltsamer Metallklammer in die Hand gedrückt hat, habe ich mich schon etwas gewundert.

Ein kurzer Blick auf die Rückseite macht aber relativ schnell klar, wie das ganze Klammer + Sticker Zeug funktioniert. Und schließlich bin ich ja die Stickermania mittlerweile auch vom Self-Checkin am Flughafen gewöhnt.

Und nachdem es hier kein NFC Ticket und keine Drehkreuze bei der Gondel gibt, steht dort ein Mitarbeiter und scannt manuell jedes Ticket bevor man in die Gondel darf.

Hab ich schon gesagt, dass man vom Gipfel eine tolle Aussicht hat?

Zum Äufwarmen bin ich mal die grünen Pisten – aja, hier ist die Skala nicht blau, rot, schwarz, sondern grün, blau, schwarz – gefahren. Es war schon erstaunlich, dass bei diesem Wetter nicht mehr los war.

Apropos Lift.

Wenn man bei uns mit dem Sessellift aus dem Einstiegsbereich fährt, dauert es nicht lange und irgendjemand gibt den Bügel runter und man genießt entspannt (weil Füße abgestellt und Arme gemütlich am Bügel) die Fahrt nach oben. Bei meiner ersten Fahrt hab ich also diese Rolle übernommen nachdem wir nach gefühlten 20m noch immer ohne Bügel unterwegs waren. Na mehr hab ich nicht gebraucht. Sofort, als ich gaaaanz langsam den Bügel in Bewegung gesetzt habe, kam von rechts außen ein sehr unfreundliches Kommentar, dass ich nicht einfach so den Bügel schließen kann. 😳

Fast forward zur letzten Liftfahrt: es hat sich gezeigt, dass es hier nicht üblich ist, den Bügel zu schließen. Bei all meinen Fahrten gab es nur einmal eine halbe Liftfahrt mit geschlossenem Bügel und das auch nur, weil der Sessellift auf halber Strecke stehen geblieben ist und das Kind gemeint hat, dass es doch etwas hoch ist. Aber geh… Daraufhin hat dann die Mutter den Bügel geschlossen…
Und vermutlich ist der Grund dafür, dass beim Lift keine großen Warnschilder angebracht sind, die darauf hinweisen, dass der Bügel geschlossen werden soll, weil naja Höhe, runterfallen und so… 🙈

Mittags bin ich auf der Gipfelhütte eingekehrt. Das es kein Germknödel gibt, war mir klar, aber was für unsere Verhältnisse ungewohnt war, dass auch hier „Wait to be seated“ gilt. Als Alternative für’s Germknödel gab es Baked Mac’n’Cheese mit View.

Übrigens, vom Gipfel hat man eine tolle Aussicht 😎

Es war so wenig los, dass ich am späten Nachmittag meistens allein am Lift gesessen bin. Natürlich mit geschlossenem Bügel 😄

Und sogar am späten Nachmittag gab es noch Streckenabschnitte, die noch nicht befahren waren und man über den frisch präperierten Schnee fahren konnte.

This view never get’s old!

Und das ist der Blick in die andere Richtung auf die Pisten.

Ich schwör’s, das 360° Panorama Video ist das letzte Bildmaterial vom Gipfel 😇

Na gut, auf der Heimfahrt musste noch ein Bild vom Gipfel (aber nicht VOM Gifpel) gemacht werden.

Als ich dann wieder daheim angekommen, gerade geduscht und mich gemütlich auf die Couch setzen wollte, ging plötzlich der Alarm los.


Ja, der Dauerton war live NOCH unangenehmer.

Um einen Fehlalarm in meiner Wohnung auszuschließen, hab ich kurz einen Blick auf den Gang geworfen. Dieselbe Idee hatte offenbar mein Nachbar auch und nachdem wir beide einen verrauchten Gang gesehen haben, war uns klar, das ist kein Test oder Fehlalarm. Also schnell angezogen, Pass und Geld eingesteckt und raus auf die Straße.


Es blinkt genau auf meinem Stock.

Die Feuerwehr war dann innerhalb von ein paar Minuten auch schon mit mehreren Fahrzeugen da.

Nachdem man auf dem Video keinen Flammen sieht, kann ich euch verraten, dass es glücklicherweise nur ein Küchenbrand war, der offensichtlich mehr Rauch als Feuer produziert hat. Nachdem die Feuerwehr das Gebäude wieder freigegeben hat, sind wir also alle wieder ins Haus zurück und ich hab den Sonntag gemütlich ausklingen lassen.